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Siete Lagos: diese eigentlich sehr reizvolle Strecke zwischen Villa la Angostura und San Martin de los Andes ist bei uns ein wenig eingetrübt. Die regnerische Wetterlage lässt die Berge im Nebel verschwinden und die Seen (es sind deutlich mehr als sieben) in einen Grauton fallen. Nicht desto trotz lässt sich an den Aussichtspunkten erahnen, wie lieblich, schön, bunt und vielfältig diese Landschaft sein kann. Entschägt wird man, wenn man an den Plätzen verweilt und auf die Vögel wartet. Die kommen bestimmt und sind sehr neugierig. Man kann sie in Ruhe beobachten und dabei hoffen, dass die Wolkendecke einmal kurz aufreisst und die frischen Farben frei gibt. Ausserdem scheint es, dass der Frühling begonnen hat. Viele Pflanzen tragen helles Grün und die ersten Blüten kommen ebenfalls zu Vorschein. Überall spriesst übrigens der bambusartige - mancher denkt auch an Schachtelhalm - Cania Colihue. Dies ist eine endemische Pflanze und ist wirklich überall anzutreffen.
Reiseblog Patagonien 2018 Chile Argentinien Seite 2 Über eine Seitenstrasse, die natürlich nicht geteert ist, gelangt man zum Beispiel an den Lago Espejo Chico. Das Ende der Strasse mündet direkt auf dem Strand. Zu dieser Zeit ist man völlig alleine dort - wenn man von den vielen Vögeln einmal absieht. Es sind die Gleichen, die einfach überall sind, aber es ist dennoch immer wieder eine Freude, die belebte Natur in einer so schönen Szenerie beobachten zu können. Nebenbei fegt ein eisiger Wind durch das Tal auf den See hinaus, der zeitweise mit Graupelkörnern beladen ist. Am Lago Correntoso wird es etwas heller und ein paar Strassenbiegungen weiter scheint eine wärmende Sonne auf ein Seitental. An dessen Ende befindet sich ein imposanter Wasserfall, den wir uns gerne angeschaut hätten. Aber wie so oft zu dieser Jahreszeit sind noch nicht alle Wege geöffnet, und wenn sie geöffnet sind, sind Teile davon noch nicht passierbar. So auch in diesem Fall. Hier stoppt uns ein breiter Fluss, der es an keiner Stelle zulässt gefahrlos durchzuwaten. Eine Brücke gibt es nicht. Entschädigt wird man ein paar Kilometer später an der Cascada Vulignanco. Es heisst doch immer, dass die östliche Seite der Anden die trockenere sei. Dies lässt sich hier und an den anderen Wasserfällen, die noch folgen kaum nachvollziehen, weil sie so übervoll sind. Der weitere Weg zum Lago Lacar mit der Stadt San Martin de los Andes ist nun nicht mehr sehr lang. Das Wetter bessert sich mit jedem Kilometer und es bleibt zu hoffen, dass auch die Temperaturen (neben dem wirklich eisigen Wind nach oben bewegen. Wir verlassen die Stadt für einen ersten Ausflug. Wir wollen zum Volcan Lanin an der Chilenischen Grenze. Erstaunlich ist, dass man, sobald man das weitere Stadtgebiet verlassen hat, in einer Art Steppe landet, die so ganz und gar nichts mehr mit den grünen Flecken hat, die wir bisher entdecken konnten. Entlang der Flüsse bleibt es allerdings weiterhin sehr grün und saftig.  An der Strasse befinden sich immer einmal wieder kleine “Kapellen” die entweder Heiligen, bestimmten Personen oder aber inoffiziellen Heiligen (von der katholischen Kirche nicht als solche identifiziert) findet. Für Argentinien ist einer der Letzteren der sogenannte Antonio Gil - ein Edel- Gaucho, eine Art Robin Hood Südamerikas. Sein Markenzeichen ist die Farbe Rot, die “seine” Kapellen zieren. Auf dem Weg zu unserer Wanderung unterhalb des Bilderbuchvulkans Lanin kommt man auch an speziellen Wäldern vorbei. Araukarien, die man sonst vielleicht noch als Einzelpflanzen in Vorgärten kennt, bilden hier kleine Wälder. In diesem Bild sieht man mehrere Entwicklungsstufen dieser Pflanze, die wirklich Höhen von bis zu 30 mehr Metern erreichen kann. Das Spannende in dieser Landschaft ist diese für einen Städter unheimliche Ruhe. Stellt man das Auto an den Rand und schaltet den Motor aus oder ist man auf einer Wanderung, hört man nichts anderes mehr als den Wind, das Zwitschern der Vögel, das Murmeln der Bäche, das Plätschern der kleinen Flüsse und natürlich den eigenen Atem. Ab und zu sieht man auch einen der großen Vögel am Himmel seine Kreise ziehen. Gemächlich drehen zumeist Geier ihre großen Runden unter dem Himmel. Macht man sich dann aber bereit, sie zu fotografieren, sind sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Man fragt sich, wohin die nur so schnell geflogen sein können, dass man sie nicht mehr sieht. Denn meist ist kein anderer Berg oder sonst eine Möglichkeit vorhanden, hinter der sie sich rasch verstecken könnten. Ein Mirakel. Verlässt man San Martin de los Andes in nördlicher Richtung und fährt am nördlichen Ufer des Lago Lacar entlang, gelangt man über eine Schotterstrasse in ein Hochtal. Das könnte vom Aussehen auch in der Schweiz oder Österreich liegen - der Ähnlichkeit wegen. Nur muss man aufpassen, dass einem die Rindviehcher, Pferde oder Schafe nicht vor die Kühlerhaube laufen. Wenn man mehr Zeit hätte, wäre dies ein reines Wanderparadies. Da wir die aber leider nicht haben, müssen wir uns wieder ins Auto setzen und uns am Ende des Sees zu verschwiegenen kleinen Buchten tragen lassen. Da sich dort kaum ein Lüftchen regt, ist das kristallklare Wasser spiegelglatt und entfaltet seinen Farbreichtum in voller Pracht. Lago Espejo Chico Lago Espejo Grande Lago Lacar San Martin de los Andes Lago Correntoso Cania Colihue Lago Correntoso Lago Espejo Chico Lago Espejo Chico Cascada Vulignanco San Martin de los Andes San Martin de los Andes San Martin de los Andes San Martin de los Andes San Martin de los Andes San Martin de los Andes San Martin de los Andes für Antonio Gil Volcan Lanin Araukarien Rabengeier Volcan Lanin Lago Tromen Lago Tromen Volcan Lanin Truthahngeier Playa de Yuco Playa de Yuco Playa de Yuco Ein Klick auf ein Bild zeigt eine größere Ansicht. A click on a particular picture will show an expanded view.